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Die Legende des
wohl bekanntesten und wohl auch unglücklichsten Liebespaares
aller Zeiten beruht auf verschiedenen italienischen Erzählungen
der frühen Renaissance. Die dramatische Fassung der heftigen,
spontan entbrennenden Liebe zwischen den beiden Sprößlingen
der verfeindeten Adelshäuser Montague und Capulet gilt in
ihrer bilderreichen Sprache und ihrer Gegenüberstellung der
seelischen Tiefe des jungen Paares mit dem frivolen und abgebrühten
Zynismus der umgebenden Gesellschaft als früher Höhepunkt
in Shakespeares Werk. Aus einer Laune heraus mischt sich Romeo,
Montagues Sohn, mit seinen Freunden maskiert unter die Gäste
jenes Festes, bei dem Julia, Tochter der Capulets, den ihr zum
Ehemann bestimmten Grafen Paris kennenlernen soll. Eine Begegnung,
ein Blick, ein Gespräch und die beiden verlieben sich Hals
über Kopf ineinander. Spät nachts, das Fest ist beendet,
kommt es zur bezaubernden Begegnung auf dem Balkon im mondbeschienenen
Innenhof der Capulets: die Liebenden offenbaren einander ihre
Gefühle und beschließen heimlich zu heiraten, was mit
Unterstützung von Julias Amme und Romeos Mentor, Bruder Lorenzo,
der auf eine Beilegung der Schon am nächsten Tag gibt es
auf einem öffentlichen Platz erneut heftigen Streit zwischen
Angehörigen der Capulets und der Montagues, der in offenem
Kampf endet: Romeo wird envolviert, tötet den Cousin Julias
und muß bei Bruder Lorenzo untertauchen. Während Julias
Eltern mit Graf Paris schon die Vermählung ihrer Tochter
mit dem Grafen besprechen, verbringen Romeo und Julia die Nacht
zusammen. Im Morgengrauen flieht Romeo nach Mantua, beide liebestrunken,
verzweifelt und voller Sehnsucht.
Sowohl die Capulets als auch Graf Paris bestehen gegen Julias
Willen auf der versprochenen Hochzeit, doch Bruder Lorenzo weiß
Rat: er gibt Julia ein Betäubungsmittel, das sie bis zum
Tag der befohlenen Hochzeit in einen todesähnlichen Zustand
versetzt. Sie wird in der Familiengruft beigesetzt, aus der
Romeo sie entführen soll, doch erreicht ihn in Mantua die
Nachricht Lorenzos nicht, sehr wohl aber die Nachricht vom Tod
Julias. Voll schwarzer Gedanken besorgt er sich Gift und begibt
sich zu Julias Grab, wo er auf Paris trifft, der ihn sofort
mit der Waffe angreift. Romeo tötet ihn, nimmt das Gift
und stirbt. Bruder Lorenzos Medizin läßt nach, Julia
öffnet die Augen, sieht Romeos Leiche und ersticht sich
mit seinem Dolch. Über den Leichen der drei jungen Leute
reichen sich Capulet und Montague die Hand zur Versöhnung.
Anders als in seinen Liebeskomödien mit ihren Irrungen
und Mißverständnissen zeigt Shakespeare in der puren,
erfüllenden Liebe und Leidenschaft eine menschliche Wahrhaftigkeit,
die in einer Welt voll politischer und finanzieller Interessen
sowie gesellschaftlicher Machtkämpfe zum Scheitern verurteilt
ist.
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