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Im London der spätviktorianischen Zeit wettet der Sprachforscher
Professor Higgins mit seinem Fachkollegen Oberst Pickering aus
den indischen Kolonien, daß er die Blumenverkäuferin
Eliza Doolittle trotz ihres schrillen Dialekts und ihrer ordinären
Sprache innerhalb von sechs Monaten vom ungestümen Cockney-Girl
zur feinen Dame der britischen Society mit gepflegter Ausdrucksweise
erziehen kann.
Lange leistete Bernard Shaw, auf dessen Stück "Pygmalion"
die Geschichte beruht, Widerstand gegen Verfilmung und Vertonung,
doch in den 50-er Jahren machten das Duo Frederick Loewe und
Alain Jay Lerner den Klassiker des amerikanischen Musicals schlechthin
daraus, indem sie statt dem sozialen Kampf zwischen Hochsprache
und schrillem Dialekt eher den Kampf der Geschlechter und der
Herzen hervorhoben.
In der Bregenzer Aufführung ficht diesen Kampf die aus
Kärnten gebürtige Ute Gfrerer, die schon als "Adele"
in der Fledermaus und als "Donna Elvira" im Don Giovanni
in Bregenz begeisterte mit Florian Liewehr vom Burgtheater als
Henry Higgins. Ihnen zur Seite stehen Karl Menrad (bekannt v.a.
aus der TV-Serie "Schloßhotel Orth") als der
feine Oberst Pickering, die langjährige Burgschauspielerin
Helma Gautier (bekannt auch aus "Kaisermühlen-Blues")
als Higgins' Mutter und Elfriede Ramhapp als Haushälterin
Mrs. Pearce; Ramhapp hatte ihre Karriere in den 60-er Jahren
in Bregenz begonnen, bevor ihre langjährige Mitgliedschaft
im Ensemble der Wiener Josefstadt begann. Als Elizas skurriler
Vater Alfred Doolittle ist der große Bregenzer Nestroydarsteller
und Opernregisseur Kurt Sternik zu sehen, der vor Jahren schon
im Bregenzer Festspielhaus einen Seelenverwandten des Alfred
Doolittle gab: den legendären "Frosch" in der
Fledermaus.
In den weiteren Rollen gastieren Dietmar Seidner (Freddy) aus
Wien, Christian Büchel (Harry), der letztes Jahr bei der
Bregenzer "Madame Butterfly" mitwirkte, Thomas Schön
(Jamie) aus Ulm und Bea Weishäupl (Mrs. Eynsford-Hill)
vom KornmarktChor.
Als musikalischer Leiter der Koproduktion des Landestheaters
mit dem Symphonieorchester und dem KornmarktChor steht zum ersten
Mal Thomas Kalb, langjähriger Generalmusikdirektor der
Stadt Heidelberg am Pult, es inszeniert Rebecca Scheiner, ehemals
Regieassistentin in Bregenz, jetzt an der Wiener Staatsoper.
Das Vergnügen an der Schlacht der Dialekte ist in ihrer
Inszenierung ein besonderes: Scheiner lässt das Ensemble
nicht in britischen Dialekten sondern in seinen verschiedenen
Heimatzungen von Graz bis Ulm singen und spielen.
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