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DAS FEST (im Original: "Festen")
ist die Bühnenfassung des gleichnamigen Films von 1997,
einem jener Filmkunstwerke, mit denen DOGMA 95, eine Gruppe
junger dänischer Regisseure, neue Maßstäbe in
der Filmkunst setzte: "Die DOGMA-95-Regisseure zeichnen
sich vor allem durch ihren schonungslosen Realismus und ihren
filmischen Purismus aus. Die von ihnen vereinbarten Richtlinien
der Filmproduktion machen aus jedem ihrer Werke ein archaisches
Drama von realistischer Aussagekraft und archetypischer Fundamentalität.
Der von ihnen 1995 verfasste "Schwur der Keuschheit"
bindet die Regisseure an äußerst strenge Vorgaben,
die sich aber nicht als Hindernisse für die künstlerische
Produktivität erweisen, sondern als inspirierender Komplex
von Motiven." (Lorenzo Ravagli)
Basis für das Stück ist der großer gedeckter
Tisch, an dem ein Familienfest gefeiert wird; es ist der sechzigste
Geburtstag von Familienoberhaupt Helge. Die erwachsenen Kinder,
Verwandte und Kollegen treffen nach und nach ein, man kennt
einander und man kennt auch das Personal des kleinen Hotels
seit langen Jahren. Nur eine ist nicht dabei: Tochter Linda,
denn die hat sich umgebracht und ihr Bruder Christian hat sich
vorgenommen genau heute, vor versammelter Gesellschaft, zu enthüllen
warum sie das getan hat.
Mitten unterm Festessen, in der allerbesten Stimmung, erhebt
sich Christian zu einer Rede, in der er seinem Vater vorwirft,
ihn selbst und seine Schwester Linda über lange Jahre sexuell
mißbraucht zu haben. Dieses Aufbrechen einer bis dahin
scheinbar völlig intakten Oberfläche bleibt seltsam
folgenlos, der Schock bleibt zunächst aus (nicht für
den Zuschauer, aber für die Beteiligten), man macht nach
kurzem Zögern weiter wie bisher, beseitigt nur den Störer.
Erst Christians Insistenz und die unabweisbare Insistenz der
Wahrheit lenken die Aggression schließlich auf Helge,
doch eine befreiende Auseinandersetzung mit der Tat findet im
Grunde nicht statt - DAS FEST erweist sich eher als Restitution
der Hölle, die die Familie ist, ein Ort, von dem man nicht
entfliehen kann, und schlimmer noch: gar nicht wirklich fliehen
wollen kann.
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Regie:
Lothar Maninger
Ausstattung: Ursula N. Müller
Licht: Arndt Rössler
mit: Ariane Clairmont , Katrin Daliot, Verena
Ehrmann, Margret Gilgenreiner, Elvira Naphegyi, Anika
Pinter, Carla Schwaderer, Kathrin
Schwaderer; Burghard
Braun, Johannes Gabl,
Matthias Klein, Mario
Plaz, Wolfgang
Pevestorf, Ernst Rahofer, Kurt
Sternik
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