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Einer der erfolgreichsten Heimatromane des 19. Jahrhunderts
und zugleich eine der raren weiblichen Antiheld- Figuren der
Literaturgeschichte - in diesem ungewöhnlichen und faszinierenden
Spannungsfeld steht die Legende der Tiroler Bauerntochter Walburga
Stromminger, genannt "die Geier-Wally". Wuchtig und
kantig wie die Ötztaler Alpen ist die Dramaturgie dieser
Geschichte, atemberaubend und schwindelerregend die Härte,
Leidenschaft und Sehnsucht ihrer Figuren.
Der Stromminger, genannt der "Höchstbauer",
ist der mächtigste und stärkste Bauer vom ganzen Ötztal,
unbeugsam, vogelfrei, allseits bewundert und gefürchtet.
Ohne Mutter und Geschwister wächst seine Walburga bei ihm
auf, vom Vater wie ein erstgeborener Sohn geliebt und angespornt,
aber gleichzeitig auch wie eine mißachtete Tochter geschlagen
und kleingehalten.
Ihren Spitznamen verdient sich die Wally, indem sie das Nest
eines Lämmergeiers mitten in steiler Felswand aushebt,
eine Mutprobe, die kein Bursche aus der Gegend zu vollbringen
vermag. Das Geierjunge begleitet sie lange als ihr einziger
Freund, denn zu wild, zu stark, zu schön und zu unmäßig
ist die Wally den Leuten im Tal, auch wenn alle Männer
von ihr träumen. Doch eines Tages trifft sie auf den Hagenbach
Joseph, genannt der "Bärenjoseph", der nicht
nur Bären bezwingt, sondern auch als Erster und Einziger
ihrem Vater eine Lektion erteilt. Die Geier- Wally verliebt
sich unsterblich in ihn, doch niemals wird der alte Stromminger
in diese Verbindung einwilligen, denn er hat bereits den Vincenz
für sie ausgesucht und hasst den Joseph wie nichts sonst.
Im Folgenden bleibt nichts mehr wie es war, verhärtet,
vereist und versteinert zeigen sich die Menschen und die Dinge,
und wo Liebe und Glück winkten, tun sich Schatten und Abgründe
auf.
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