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ARE CAMERA - wie Fotoaufnahmen aus dem Familienalbum neuer
deutscher Geschichte wirken die 25 kleinen Szenen, aus denen das
Stück besteht. Wie in 25 Bildbeschreibungen erzählt
Fritz Kater einen Ost-West-Spionage-Thriller über Heimatlosigkeit
und Verrat, über Verbiegungen und Haltungsschäden, die
man sich zuzieht, wenn man zwischen die Zeiten gerät. Es
geht um die überstürzte Flucht eines Ost-Agenten, der
in den 60-er Jahren in der BRD an einem geheimen B-Waffen-Programm
der NATO mitgearbeitet hat. In der Silvesternacht 1969 fliegt
er mit seiner Familie nach Finnland, um der drohenden Enttarnung
zu entgehen. In dieser Nacht im Hotel überstürzen sich
die Ereignisse, fallen private Legenden in sich zusammen, zerfallen
Gewißheiten zu einem weißlich-giftigen Pulver. Der
Familienvater eröffnet seiner nichtsahnenden Frau, mit der
ganzen Familie in die DDR übersiedeln zu wollen, Silvester
in der finnischen Schnee-Nacht entwickelt sich zum surrealen Alptraum
für die Familie.
jasonmaterial - die Flucht glückt,
es folgen drückende Jahre in einem fremden Land, das den
Alten keine Zukunft bieten kann und doch zur neuen Heimat der
Kinder wird. In direkter Anlehnung an die antike griechische Argonautensage
und die Schrecken einer fremdem Heimat bebildert das Stück
eine außergewöhnliches Familiendrama, das aus kalten
Kriegsjahren in die Gegenwart weist.
Fritz Kater ist derzeit eine der interessantesten Figuren in
der deutschen Theaterlandschaft. Hinter dem Autorenpseudonym
Kater verbirgt sich der 1964 geborene Regisseur Armin Petras.
1988 aus der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik übersiedelt,
ist er seit den neunziger Jahren der "renommierteste Außenseiter
im deutschen Regiebetrieb" ("Theater der Zeit").
Für sein Stück "zeit zu lieben zeit zu sterben"
erhält Fritz Kater 2003 den Mülheimer Dramatikerpreis
und wird bei der Kritikerumfrage von "Theater heute"
mit diesem Stück zum "Autor des Jahres 2003"
gewählt , im Jahr 2004 erneut für WE
ARE CAMERA / jasonmaterial . Beide Inszenierungen werden
zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Sein neues Stück "3 von 5 millionen" in der Regie
von Armin Petras ist auch dieses Jahr wieder zum Mühlheimer
Stücke-Wettbewerb eingeladen.
Regie: Christian Schäfer
Bühne und Kostüme: Hella Prokoph
Dramaturgie: Andreas Hutter
Regieassistenz und Abendspielleitung: Marcus Harms
Mit:
Johannes Gabl,
Verena Ehrmann,
Martin Rother,
Jasmin Rischar,
Michael Schiemer
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