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Ein Landgut am
See. Russische Sommerfrische. Melancholie, Sehnsucht, große
Ideen, menschliche Schwächen und schmerzliche Leidenschaften.
In diesem Rahmen malte Tschechow vor über 100 Jahren seine
schmerzlich- schöne Komödie DIE
MÖWE und doch scheint kein Tag vergangen in der Lebendigkeit
dieses Werks für heute.
Konstantin ist ein junger Schriftsteller, der die Welt verändern
möchte und er liebt Nina. Nina möchte gegen den Willen
der Eltern Schauspielerin werden und spielt in Konstantins erstem
eigenen Stück. Es ist Konstantins Manifest für ein neues
Theater und einen neuen Geist. Doch dafür will er ausgerechnet
die Anerkennung seiner Mutter Irina, einer gefeierten Schauspielerin
und ihres Freundes, des anerkannten Dichters Trigorin. Die Premiere
wird zu einem Desaster. Irina kann und will ihren Sohn als Künstler
nicht ernst nehmen, er bleibt ihr unüberwindbar fremd. Und
Nina verlässt Konstantin für den erfolgreichen Trigorin.
Aus Verzweiflung überreicht Konstantin Nina mit den Worten
"Bald werde ich mich auch so erschießen" eine
tote Möwe, die er selbst geschossen hat. Trigorin sieht das
und notiert sofort die oben zitierte Kernhandlung für eine
neue Erzählung. Eine Szene voll dramatischem Reichtum: diese
Notiz des anerkannten Dichters im Angesicht der jungen Frau birgt
gleichermaßen Imponiergehabe, Zynismus, den Untergang einer
alten Liebe wie den Beginn neuer Träume.
Die Träume jedoch enden in stillen Niederlagen: 2 Jahre später
sehen sich Nina und Konstantin wieder, Ninas Karriere ist gescheitert
und Trigorin hat sie wieder verlassen, denn Konstantins Mutter
hat sich ihren Geliebten zurückerobert. Alle sehnen sich
nach Liebe und Anerkennung, aber sie können einander nicht
helfen, die Alten müssen verteidigen, was sie haben, die
Jungen können nicht erlangen, was sie sich erträumen.
Die Uraufführung der "Möwe" 1896 in St. Petersburg
war für Tschechow eine Katastrophe, das Publikum lachte,
pfiff und buhte. Er flüchtete noch während der Aufführung
aus dem Theater. Zur Premiere der Inszenierung an Stanislawskis
Moskauer Künstlertheater zwei Jahre später kam er nicht.
Sie wurde ein triumphaler Erfolg und begründete seinen Weltruhm.
Regie: Lothar Maninger
Bühne und Kostüme: Vazul Matusz
Dramaturgie: Andreas Hutter
Regieassistenz und Abendspielleitung: Romy Schmidt
Mit: Elisabeth Rass, Matthias Klein , Mario Plaz, Sara Livia Krierer,Wolfgang Pevestorf, Kathrin Schwaderer, Ulrike Röseberg, Burghard Braun, Franz Nagel,
Wolfgang M. Reicher
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