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man stelle sich
vor: eine ungewöhnliche location, die uns dennoch allen sehr
vertraut ist, eine ungewöhnliche story und gar nicht so ungewöhnliche
zwischenmenschliche beziehungen. das sind die zutaten für
restroom von raoul biltgen, ehemals ensemble-schauspieler in bregenz
und jetzt freier autor in wien.
zwei schwestern. irgendwo an einer schmuddeligen tankstelle, irgendwo
an einer landstraße, auf einer toilette, genauer gesagt
auf einer herrentoilette, da die damentoilette defekt ist - kann
ja mal vorkommen - und was machen die beiden am stillen örtchen?
ist doch klar, in erster linie reden, frauengespräche, beziehungsgespräche
- kann ja mal vorkommen. über männer lästern, na
ja, solange, bis sie dann auftauchen: da ist einmal der etwas
biedere ehemann der einen schwester, folglich der schwager der
anderen, der bei einer versicherung arbeitet - kann ja auch mal
vorkommen - und dann wäre da noch ein mann, der ebenfalls
seine notdurft verrichten muss - seines zeichens lkw-fahrer, wie
man sie eben an tankstellen so antrifft -, und schon sind die
ersten revierkämpfe und ein kampf um den thron vorprogrammiert
...
man glaubt kaum, zu welchen verstrickungen, verwicklungen und
verbandelungen es auf so engstem raum kommen kann; und dann finden
gespräche statt, die wiederum so einige verwicklungen lösen
- das wäre ja normal - aber normal ist da dann irgendwann
rein gar nichts mehr...
da heißt es: nur die nerven bewahren - nicht vom beckenrand
springen, sondern tief ins becken atmen und cool bleiben, denn
es geht um die wurst, aber keine angst: am ende kommt sowieso
alles raus...
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