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MEDEA - Medea ist die geheimnisvollste, wildeste, selbständigste und vielleicht modernste Frauenfigur der griechischen Mythologie. Denn ihr Schicksal erzählt in ungeheuer verdichteter Form von einer Frau, die mit einer solchen Leidenschaft für ihre
Verwirklichung kämpft und mit einer solchen Unbeugsamkeit auf ihrer eigenen Individualität besteht, dass sie aus unserer patriarchalen Gesellschaftsform unweigerlich hinaus- "explodieren"muss.
Nach dem griechischen Mythos ist Medea die zauberkundige Tochter des Aietes von Kolchis. Aus Liebe zu Jason, dem Anführer der Argonauten, hilft sie ihm mit ihrer Zauberkraft beim Raub des Goldenen Vlieses und flieht mit Jason und den Argonauten. Um den Vater von ihrer Verfolgung abzuhalten, tötet sie ihren Bruder Apsyrtos und
zerstreut seine zerstückelten Glieder. Auf der Fahrt vermählt sie sich mit Jason, und auf schwierigen Wegen gelingt die Flucht nach Korinth. Dort wirbt Jason um Kreons Tochter Glauke. Aus Rache tötet Medea diese und Kreon sowie ihre beiden eigenen mit Jason gezeugten Kinder. Schließlich entflieht sie auf einem mit Drachen bespannten Wagen zu
Aigeus nach Athen.
Euripides, auch gerne als der "Seelenzergliederer"unter den altgriechischen Tragikern bezeichnet, hat den Schluss der Argonautensage völlig entheroisiert und zu einem Psychodrama umgestaltet, in dem erstmals nicht die schicksalsbestimmenden
Götter, sondern das scheinbar vernünftige Nützlichkeitsdenken Jasons zum Verderben führt. Denn Jason bemüht sich zugunsten einer neuen Karriere um Glauke und wendet sich völlig von der Frau aus der Fremde ab, die ihm ihre ganze Existenz
geschenkt hat.
Das Motiv der Fremden in der Fremde ist in dieser antiken Tragödie ebenso Thema wie Macht und Ohnmacht, Leidenschaft, Eifersucht und Rache als Facetten privater und politischer Beziehungen. Medea verkörpert die Rolle der Außenseiterin; ihre Absichten, ihr Wesen und auch ihre Sexualität sind unbekannt und verdächtig, weshalb sie als
Bedrohung der angestammten Ordnung betrachtet wird.
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Regie und Raum: Frank Asmus
Komposition, Sounds: Daniel Dorsch
Video: Timm Ringewaldt
Dramaturgie: Andreas Hutter
Dramaturgieassistenz: Johanna Meier
Regieassistenz und Abendspielleitung: Marcus Harms
Regiehospitanz: Yvonne Pfluger, Lisa Weiß
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Mit:
Maria Fliri, Peter Bocek, Wolfgang Pevestorf, Mario Plaz, Margot Mayrhofer
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