Am Anfang stand die Suche nach einem Mörder.
Am Ende wusste er, wer er war.
Kann er mit seiner Schuld leben?
Ödipus, von Hirten aufgefunden und nach Korinth gebracht, wächst dort als vermeintlicher Sohn des Königs heran. Als das Orakel ihm verkündet, er werde seinen Vater töten und seine Mutter heiraten, beschließt er Korinth zu verlassen und künftig weit entfernt von seinen angeblichen Eltern zu leben. Auf seinem Weg nach Theben erschlägt er einen Mann; indem er das Rätsel der Sphinx löst, gelingt es ihm, die Stadt Theben zu befreien. Er heiratet die verwitwete Königin Iokaste und wird König.
Jahre später bricht die Pest in Theben aus. Das Orakel weissagt, dass erst der Mord am früheren König Laios aufgeklärt werden müsse, damit die Stadt von der Seuche gerettet werde. Ödipus verspricht, den Fall unnachgiebig zu verfolgen und den Täter zu bestrafen.
Im Laufe der Untersuchungen muss Ödipus jedoch erkennen, dass er selbst der Mörder des Laios war, dass Laios sein Vater war und seine Frau Iokaste gleichzeitig seine Mutter ist und dass sich somit der Orakelspruch erfüllt hat.
Sophokles wurde in Kolonnos bei Athen um 496 v. Chr. geboren. 468 errang er den Sieg im Tragödienwettbewerb über Aischylos. 426 v. Chr. wurde König Ödipus uraufgeführt. Ab 441 war Sophokles Heerführer im Samischen Krieg, ab 411 Mitglied der oligarchischen Regierung. 413 entstand seine Tragödie Elektra. Sophokles starb um 406 in Athen.
Er entwickelte die „analytische Tragödie“, die das Geschehen von rückwärts aufrollt. Nach diesem Schema „funktionieren“ noch heute fast alle Krimis.