MEIN JUNGES
IDIOTISCHES HERZ

Anja Hilling

Regie: Lothar Maninger
Bühne und Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Premiere: Samstag 08. März 2008, 20 Uhr
Theater am Kornmarkt

Dauer: 1h30min

Weitere Vorstellungen: Mi 12., Fr 14. März, Di 1., Sa 5.,
So 6. und Do 10. April


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  Bis hin zum letzten Brötchen war alles
geplant. Dann kommt ein Päckchen aus
Australien und der Selbstmord findet
doch nicht statt.
Kann ein klingelnder Postbote das Leben
verändern?
   
     
 

Alles war so gut geplant – das Brötchen um viertel nach zwölf, das durchgeschnittene Telefonkabel, das rote Kleid. Frau Schlüter will eigentlich gerade Selbstmord begehen, als der Postbote bei ihr klingelt. Ein Paket will er abgeben, für Nachbar Sandmann aus dem Dritten, der gerade nicht da ist. Dabei hatte sie nur noch auf den Fruchtsaftlieferanten Miroslav gewartet, weil er der Letzte sein sollte, der letzte Gedanke. Als schließlich auch noch der Abfluss kaputtgeht und Hausmeister Zarter im Blaumann bei ihr aufkreuzt, ist es vorbei mit dem schönen Plan vom Abschiednehmen.
Postbote Ludger Hase hatte sich das auch anders vorgestellt – Päckchen weg, Feierabend, Skatrunde bei den Kumpels und irgendwann nach Hause zu Hanna mit den vielen Puzzles an der Wand. Aber erst muss er dieses Paket loswerden, ein Blindgänger aus Australien, mit Kängurus drauf. Sandmann, der Absender, ist nicht da, und als er schon fast wieder gehen will, öffnet sich die Nachbartür und da steht sie, mit Mülltüte in der Hand und Stöpseln im Ohr, und Ludgers Herz schlägt wie die Drums bei einem Stones-Konzert. Aber Paula Lachmär, die Frau mit der Stille im Kopf, lebt in einem anderen Film. Ihre Welt ist klein geworden, seit Alfred aus dem Seitenflügel bei ihr war und sich geholt hat, was er wollte. Ihre Welt ist nur so groß wie der Weg zwischen Gulaschsuppe und Mülltonne. Der Rest ist Schweigen. Denkt sie, hofft sie, bis ihr Miroslav begegnet auf der Treppe zwischen Herd und Hof, mit Mohnschnecken zum Nachtisch.
Anja Hillings Figuren schweben lebensmüde, schräg und selbstironisch durch das Leben. Die junge Berliner Autorin (Jahrgang 1975) zeigt in ihrem Stück Momentaufnahmen des alltäglichen Wahnsinns – traurig, ernüchternd, komisch: eben ganz normal. Mein junges idiotisches Herz ist ihr zweites Stück, das 2005 uraufgeführt wurde. Im gleichen Jahr wurde sie von Theaterheute zur besten Nachwuchsautorin gewählt. „Anja Hilling kann schreiben, wie Menschen sprechen. Und sie hat, was selten ist, Humor.“
(Süddeutsche Zeitung, 22.11.2004)

 

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  Regie: Lothar Maninger
Bühne und Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Dramaturgie: Günther Philipowski
Regieassistenz und Abendspielleitung: Elke Nagel
Licht: Arndt Rössler
   
     
  Mit: Burghard Braun, Alois Frank, Felix Hellmann, Ingrid Lang, Mario Plaz, Kathrin Schwaderer    
     
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