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Spätherbst. Ein Friedhof. Ein Mann und eine Frau begegnen einander. Früher haben sie sich mal geliebt. Mittlerweile ist der Mann verheiratet
und hat einen Sohn. Die Frau lebt allein. Stockend fangen sie an zu
reden, zu flirten, bis sie fortgehen, Hand in Hand. Ein älteres Ehepaar,
die Eltern des Mannes, kommen zur Beerdigung der Großmutter. Mit
einem Wimpernschlag vergehen Jahre – der Mann kehrt zurück, begleitet
von der Frau. Er stellt sie seinen Eltern vor. Traurig redet die Mutter von
Gry, der ersten Frau des Mannes, und Gaute, seinem Sohn. Plötzlich
tritt Gry selbst hinzu, verzweifelt, weil Gaute ins Krankenhaus gebracht
wurde. Zeiten schieben sich ineinander – mal sind der Mann und die
Frau gerade frisch verliebt, mal hat ihre Beziehung sie erschöpft und
aufgezehrt. Man erfährt, dass auch der Vater des Mannes gestorben ist,
doch die Beerdigung, auf der sich die Figuren Momente später begegnen,
ist die des Sohnes Gaute. In fließenden Übergängen spannt Fosse
einen ganzen Lebensbogen, in dem sich Geschichten von Liebe und Tod
wie beiläufig entwickeln.
Jon Fosse (geboren 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund)
lebt seit Mitte der siebziger Jahre in Bergen. Er studierte Vergleichende
Literaturwissenschaft und war Dozent an der Akademie für kreatives
Schreiben in Hordaland. Seit Anfang der neunziger Jahre ist er freier
Schriftsteller. Auf deutsch liegen bisher seine Romane Melancholie, ausgezeichnet mit dem Melsom-Preis, und Morgen und Abend vor. Für Der
Name erhielt Fosse den Ibsen-Preis sowie 2000 den Österreichischen
Theaterpreis „Nestroy“. 2000 wurde Fosse außerdem der Nordische
Theaterpreis verliehen. Bei der Kritikerumfrage von Theaterheute wurde
er zum besten ausländischen Autor des Jahres 2002 gewählt. Zahlreiche
Preise und Auszeichnungen folgten.
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