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Paula zieht Bilanz: "Berufliche Erfüllung, irgendeine sinnvolle Tätigkeit von gesellschaftlicher Bedeutung:
keine blasse Spur davon in meinem Leben. Aber nicht nur das: Auch Liebe hat es
nicht gegeben, Leidenschaft, einen Lebenspartner, nicht einmal einen Orgasmus habe ich gehabt."
Und weil die persönliche Bilanz derart negativ ausfällt, sieht sie nur einen Ausweg: Eine
Überdosis. Dumm nur, dass die Arztpraxis, die sie überfallen will, um an genügend Schlaftabletten
zu kommen, sich als Bank herausstellt und der Schalterbeamte Dietmar ernsthaftes
Interesse an Paula zeigt. Also wird das erst mal nichts mit dem Selbstmord und Paula muss
sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass bei ihr ein Verdacht auf Gehirntumor besteht.
Ob er gutartig oder bösartig ist, wird sie erst in einigen Tagen erfahren. Aber wie leben bis dahin
- mit der Ungewissheit im Kopf?
Paulas Vater, eigentlich vor Jahren an einem Gehirntumor gestorben, ist plötzlich da. Er begleitet
seine Tochter bei ihren nächsten Schritten, stellt sich einer Auseinandersetzung, die es
zu seinen Lebzeiten nicht gegeben hat. Und Paula beginnt ihr Leben neu zu sortieren, immer
den alles entscheidenden Termin beim Arzt fest im Blick.
Thomas Jonigk, geboren 1966, ist Dramaturg und Hausautor am Düsseldorfer Schauspielhaus,
an dem er auch das Autorenlabor leitet. Für sein Stück Rottweiler wurde er 1994 von
Theaterheute zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt. Er arbeitet auch als Regisseur, unter
anderem an der Volksbühne Berlin und am Schauspielhaus Wien. Am Düsseldorfer Schauspielhaus
erlebte Diesseits im Herbst 2007 seine Uraufführung. Das Vorarlberger Landestheater
zeigt die Österreichische Erstaufführung des Stückes.
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