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In „Vinyl“ verarbeitet der ehemalige Lead-Sänger
der Mondscheiner seine Erfahrungen mit
dem Erfolg und mit der Plattenindustrie.
12 Songs kommen auf eine Platte, oder höchstens
76 Minuten, wie das für die Länge der CD
festgelegt wurde, damit Beethovens 9. Symphonie
drauf passt. Aber von einer CD wollen
wir gar nicht sprechen, es geht ja um VIN YL.
Es geht auch darum, dass das gute alte Vinyl
nicht totzukriegen ist, während die CD schon in
den letzten Atemzügen liegt. Und doch ist eine
Platte ein Anachronismus, wie das ja auch dem
Theater oft nachgesagt wird. Dinge, die aus der
Zeit fallen, die vielleicht unpraktisch geworden
sind. Aber genau deswegen müssen wir sie
hochleben lassen, die Nischen, die Seitenstränge,
das Un-Optimierte. Der Text ist der Versuch
festzuhalten, was passiert, wenn man den
Gedanken zu einem Songtext freien Lauf lässt,
wenn man ihn nicht komprimiert und stutzt,
sondern wenn man all die Seitenstränge und Zusatzgedanken
mit hineinnimmt. Für eine Platte
sprengt das den Rahmen. Für das Theater ist es
erst der Anfang.
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